{"id":206,"date":"2015-06-01T13:40:09","date_gmt":"2015-06-01T11:40:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/?p=206"},"modified":"2021-07-05T10:24:19","modified_gmt":"2021-07-05T08:24:19","slug":"mehr-good-news-zeichen-der-hoffnung-im-libanon-und-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/mehr-good-news-zeichen-der-hoffnung-im-libanon-und-in-der-schweiz\/","title":{"rendered":"Mehr \u201eGood News\u201c: Zeichen der Hoffnung im Libanon und in der Schweiz"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Liebe Freunde der Catholica Unio,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>liebe Leserinnen und Leser<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Mit einem herzlichen Ostergruss aus dem Beit-el-Nour (Haus des Lichts und der Hoffnung) in Beirut erhielten wir auch den folgenden Text eines hochrangigen libanesischen Muslims. Diese Ansprache ist \u00e4usserst bemerkenswert und f\u00fcr uns \u00fcberraschend. Sie zeigt eine Wirklichkeit des Nahen Ostens, die bei uns kaum bekannt ist. Grund genug, um dies hier zu ver\u00f6ffentlichen. Und wie es am Schluss des Ostergrusses aus Beirut steht, sind wir versucht zu hoffen: \u201eVielleicht kommt das Heil vom Libanon\u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Wort zum Fest der Verk\u00fcndigung: 25. M\u00e4rz 2015<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bitte um Verzeihung, Jungfrau Maria, wenn ich bei dieser Gelegenheit nicht mehr von &nbsp;Deinem bemerkenswerten Leben erz\u00e4hle: <strong>es ist eine schlimme Zeit!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bitte um Verzeihung, Jungfrau Maria, Vereinende, Empfangende, Erbarmungsvolle, Wohlwollende, ganz Liebende: <strong>die Situation ist unertr\u00e4glich!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bitte um Verzeihung, Jungfrau Maria, Mutter Christi und unser aller Mutter, die ich sosehr geliebt habe und die alle Muslime und Christen geliebt haben: <strong>die Zeit dr\u00e4ngt!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Selbst gestern klang Deine Verk\u00fcndigung voller Liebe und liess Gebetsruf und Kirchenglocken ineinander verschlingen. Gestern noch vereinten sich die kirchlichen Marienlieder mit dem muslimischen Gesang; Muslime und Christen waren in der sch\u00f6nsten Vereinigung verbunden, die die Geschichte jemals gesehen hat und dies trotz allem Zweifel und Hass. Heute offenbart sich Deine Verk\u00fcndigung uns und den benachbarten L\u00e4ndern, die von inneren und \u00e4usseren Konflikten verw\u00fcstet werden. Es sind terroristische, blutige Konflikte, und wilde, b\u00f6sartige Barbarei, die zu keinen religi\u00f6sen oder ethischen Werten passen.<\/p>\n\n\n\n<p>Orthodoxe Kirche der Verk\u00fcndigung, Nazareth<\/p>\n\n\n\n<p>Deine Verk\u00fcndigung bekunden wir heute mit lauter Stimme, wir, die wir in unserem Herzen und in unserem Geist noch einen Funken Glauben, Vernunft und Erbarmen haben, denn viele sind heute geblendet vom Extremismus: sie sind bet\u00e4ubt von Blutrunst und Lust am T\u00f6ten Unschuldiger; sie sind darauf versessen, Einheimische zu vertreiben, Kirchen, Moscheen und heilige Orte zu zerst\u00f6ren; blindlings sch\u00e4nden sie Gr\u00e4ber von den Anh\u00e4ngern des Propheten, den Heiligen und Weisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor langer Zeit waren die Christen des Libanon von einem Dorf in ein anderes umplatziert worden, als Kollektivstrafe weil sie sich \u00fcber die Steuererh\u00f6hung beschwert hatten. Und da erhob der Imam von Beirut, Al-Awzai, die Stimme gegen diejenigen, die die Aufst\u00e4ndischen enthaupteten: \u201eWeshalb bestraft ihr eine ganze Gemeinde wegen eines Einzelnen? Weshalb vertreibt ihr sie aus den H\u00e4usern und beraubt sie ihres Besitzes? Gott sagte, dass man zu einer Last nicht noch eine andere hinzuf\u00fcgen solle. Und das wichtigste Gebot ist, die Worte des Propheten \u2013 Friede und Heil seien mit ihm \u2013 zu befolgen, n\u00e4mlich: \u201aWer ein Unrecht gegen\u00fcber einem Christen (moua\u2019ahed) begeht, ihn verleumdet, ihn mit Steuern belastet oder ihm etwas wegnimmt ohne sein Einverst\u00e4ndnis, wird mich zum Gegner haben. Und wer dessen Leben und G\u00fcter besch\u00fctzt, dem ist Gerechtigkeit zugesichert, denn jene sind nicht mehr Sklaven (\u2026) sondern freie Menschen.\u2018\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und heute frage ich die Muslime: Gibt es unter euch keinen neuen Imam Awzai, der sich der Vertreibung der Christen und Unschuldigen aller Religionen entgegen stellt? Jemand der seine Stimme gegen die Massaker und den Horror erhebt? Gibt es keinen Muslimen, der seinem christlichen Bruder die Hand hinstreckt und sagt: Geh nicht weg! Diese Erde ist auch deine, diese Berge sind deine; der Himmel bedeckt uns beide, die Liebe von Maria umgibt uns beide. (\u2026) Und wenn du trotzdem weggehst, dann musst du wissen, dass wir beide, du und ich, weggehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Anfangszeiten des Islam hat der irakische Christ Addas von Ninive dem Propheten Mohammed frisches Wasser und Weinbeeren gereicht, als die Bewohner von Ta\u00ebf in Arabien ihn mit Steinen bewarfen. Wer anders als dieser gl\u00e4ubige Mensch, dessen Herz von Liebe erf\u00fcllt war, h\u00e4tte ihm helfen k\u00f6nnen? Die Christen haben den muslimischen Minderheiten des Westens die T\u00fcren ihrer Kirchen ge\u00f6ffnet, damit sie dort beten k\u00f6nnen. Und wer anders als diese Christen, \u00fcber die der Koran sagt, dass sie demutsvoll sind, h\u00e4tte dies machen k\u00f6nnen? Haben wir, Muslime, ihre Wohltat zugelassen, und haben wir ihnen Gleiches zur\u00fcckgegeben? Gott hat im Koran gesagt: \u201eMan wird das Gute nur mit Gutem vergelten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bitte um Verzeihung, Jungfrau Maria, Mutter Christi, wenn ich heute Abend nicht von Dir spreche, denn ich habe bis zur Ersch\u00f6pfung daran gelitten, meinen christlichen Bruder beunruhigt, verfolgt, verzagt zu sehen, nur mit dem einen Wunsch weit weg zu ziehen, weg von hier und von mir\u2026 wo ich doch stolz darauf bin, ich der libanesische Muslim, den Christen nicht nur in meiner N\u00e4he leben zu sehen sondern auch in meinen Gedanken und in meinem Herzen, ja dass er sogar in meiner Existenz pr\u00e4sent sein m\u00f6ge.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegr\u00fcsst seist Du, Maria, als Du geboren wurdest, als Du zu Deinem Herrn zur\u00fcckgekehrt bist, und wenn Du auferstehen wirst.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegr\u00fcsst seist Du, Maria, wenn Du die Beste aller Frauen im Paradies sein wirst, da Du die beste Frau des ganzen Universums bist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich entbiete euch allen, Muslimen und Christen im Libanon und in der ganzen Welt, meine besten W\u00fcnsche zum Fest der Verk\u00fcndigung. M\u00f6gen unsere Gl\u00fcckw\u00fcnsche zu diesem Fest und zu jedem Fest zu Ehren Mariens unter dem einen einzigen Wunsch stehen: Der Friede von Maria sei mit euch allen!<\/p>\n\n\n\n<p>Scheich Mohammed Nokkari<\/p>\n\n\n\n<p>Generalsekret\u00e4r der Islamisch-Christlichen Begegnung um Maria, Notre Dame<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/07\/Rundbrief-2015_4.pdf\">Rundbrief 2015_4<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><em>(\u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen: Maria Brun)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem herzlichen Ostergruss aus dem Beit-el-Nour (Haus des Lichts und der Hoffnung) in Beirut erhielten wir auch den folgenden Text eines hochrangigen libanesischen Muslims. Diese Ansprache ist \u00e4usserst bemerkenswert und f\u00fcr uns \u00fcberraschend. Sie zeigt eine Wirklichkeit des Nahen Ostens, die bei uns kaum bekannt ist. 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