{"id":208,"date":"2015-10-03T13:42:00","date_gmt":"2015-10-03T11:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/?p=208"},"modified":"2021-07-05T10:20:36","modified_gmt":"2021-07-05T08:20:36","slug":"die-entschlafung-der-gottesmutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/die-entschlafung-der-gottesmutter\/","title":{"rendered":"Die Entschlafung der Gottesmutter"},"content":{"rendered":"\n<p>Am <strong>15. August<\/strong> feiern die Kirchen in Ost und West das Fest <em>der \u201eEntschlafung der Gottesgeb\u00e4rerin\u201c <\/em>oder \u2013 wie es in der lateinischen Kirche genannt wird: <em>\u201eDie Aufnahme Marias in den Himmel\u201c<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fest hat seine Wurzeln in Jerusalem und d\u00fcrfte bis ins 4. Jh. zur\u00fcckgehen, in der lateinischen Westkirche verbreitete es sich ab dem 7. Jh. Der Festinhalt sagt: Maria, die Mutter Jesu, wird mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. &#8211; Wie dies geschehen ist, davon wissen die biblischen, kanonischen Schriften nichts zu berichten. Es gibt allerdings verschiedenste, reich ausgeschm\u00fcckte und legendenhafte Erz\u00e4hlungen, was sich rund um den Tod Mariens und ihre Aufnahme in den Himmel zugetragen habe.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"478\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-5-2015_Entschlafung-Marias-I-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-629\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-5-2015_Entschlafung-Marias-I-1.jpg 478w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-5-2015_Entschlafung-Marias-I-1-224x300.jpg 224w\" sizes=\"(max-width: 478px) 100vw, 478px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf die <strong>Festtagsikone<\/strong> <em>\u201eEntschlafung der Gottesgeb\u00e4rerin\u201c<\/em> sei hier die Legende in einer ihrer zahlreichen Versionen<a href=\"#_edn1\">[1]<\/a> wiedergegeben:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNachdem der Herr in den Himmel aufgefahren war, lebte die Allreine Jungfrau Maria, die Mutter Gottes und F\u00fcrsprecherin aller Christen vor Gott, noch lange inmitten der Apostel und ihrer Nachfolger. Sie freute sich, als sie die Verbreitung der Kirche Christi in der ganzen Welt sah, ihr Herz frohlockte dar\u00fcber, dass der Ruhm ihres Sohnes bis an die Grenzen der entlegensten L\u00e4nder drang, und \u00fcberall, wo der Name Christi verehrt wurde, wurde auch ihrer gedacht, die Ihn geboren und sich in den Tagen Seines irdischen Lebens um Ihn gek\u00fcmmert hatte. Alle priesen die Allreine Mutter Gottes, die noch unter den Menschen auf Erden lebte.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl ihr Leben lange w\u00e4hrte, war sie sich dessen bewusst, dass der Zeitpunkt kommen w\u00fcrde, den sie so sehr erwartete \u2013 den K\u00f6rper zu verlassen und zu Gott zu gehen. Es ist uns nicht genau bekannt, wie lange die Allreine Jungfrau gelebt hat: die einen sagen 57 Jahre, andere 63, wieder andere nennen die Zahl 72; aber es ist klar, dass sie ein hohes Alter erreichte. Die Seele der Gottesmutter war immer von einem Wunsch erf\u00fcllt \u2013 endlich wieder das Antlitz ihres Sohnes zu schauen, in der Herrlichkeit des Himmels. Sie betete unter Tr\u00e4nen zum Herrn, dass Er sie aus dieser Welt des Leids dorthin nehmen m\u00f6ge, wo mit Ihm alle Heiligen frohlocken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Allreine Jungfrau lebte im Haus des heiligen Apostels Johannes des Theologen auf dem Berg Zion, im S\u00fcdwesten von Jerusalem, wo sich die Burg von Jerusalem erhob. Von da ging sie oft auf den \u00d6lberg, zum Ort der Himmelfahrt ihres Sohnes. Hier betete sie inst\u00e4ndig in Abgeschiedenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Und eines Tages, w\u00e4hrend die Gottesmutter auf dem \u00d6lberg wieder allein darum betete, dass der Herr ihr das Ende rascher schicken und sie zu Sich in den Himmel aufnehmen m\u00f6ge, erschien ihr der Erzengel Gabriel, welcher der Gottesmutter schon seit den ersten Tagen ihrer Kindheit diente: er hatte ihr Nahrung in den Tempel gebracht, er hatte ihr die Geburt des Sohnes Gottes verk\u00fcndigt, er besch\u00fctzte sie immer w\u00e4hrend ihres Lebens auf Erden. Der lichte und freudige Erzengel Gabriel \u00fcberbrachte der Gottesmutter die schon lange von ihr ersehnte Kunde, dass sie in drei Tagen zu Christus, Gott, gehen werde. Der Erzengel sagte, sie solle nicht betroffen sein und mit Freude seine Worte annehmen, denn dies werde kein Tod sein, sondern der \u00dcbergang in ein Leben der Unsterblichkeit, zum ewigen K\u00f6nig der Herrlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutter Gottes geriet durch die Worte des Erzengels in unaussprechliche Freude und Begeisterung, denn es war f\u00fcr sie das Freudigste und Angenehmste, im Himmel mit ihrem Sohn und Gott zu wohnen, in Seiner seligen N\u00e4he, Ihn immer vor Augen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor ihrer Entschlafung wollte die Allreine Gebieterin nochmals alle Apostel sehen, die in der ganzen Welt verstreut waren, um zu predigen. Sie bat den Herrn, dass sie in ihrer Todesstunde nicht den F\u00fcrsten der Finsternis \u2013 Satan \u2013 und seine furchtbaren Diener sehen, sondern dass der Herr selbst, Sein Versprechen erf\u00fcllend, kommen und ihre Seele in Seine heiligen H\u00e4nde nehmen m\u00f6ge. Nach dem Gebet kehrte die Allheilige Gottesmutter nach Hause zur\u00fcck; hier erbebte alles, denn mit ihr kam unsichtbar die Herrlichkeit und Kraft Gottes, welche die Gottesmutter umgab, in das Haus. [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>Die ruhmreiche Gebieterin begann sich auf ihr Ende vorzubereiten. Zuerst berichtete sie alles dem von ihr an Sohnes statt angenommenen Lieblingsj\u00fcnger Christi, Johannes. Dann erz\u00e4hlte die Gottesmutter auch allen \u00fcbrigen von ihrem bevorstehenden Heimgang. Der heilige Johannes der Theologe schickte sofort Boten zum heiligen Jakobus, dem Apostel und Bischof von Jerusalem, und auch zu allen Verwandten und Bekannten und benachrichtigte sie \u00fcber den bevorstehenden Heimgang der Gottesmutter und auch den Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>Der heilige Jakobus beeilte sich, davon alle Christen zu verst\u00e4ndigen, die nicht nur in Jerusalem, sondern auch in dessen Umgebung und sogar in anderen St\u00e4dten wohnten. So versammelten sich bei der Gottesmutter mit dem Bischof von Jerusalem eine Vielzahl von Menschen, Verwandten und gl\u00e4ubigen Christen, M\u00e4nner wie Frauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Allreine Gebieterin vermachte ihre Gew\u00e4nder zwei armen Witwen, die ihr zeit ihres Lebens gedient hatten, und bat, ihren Leib im Garten Getsemani zu begraben, am Fusse des \u00d6lbergs, unweit von Jerusalem. Dort befanden sich das Grab Joachims und Annas, ihrer Eltern, und auch das Grab Josefs, mit dem sie verlobt gewesen war. [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Gottesmutter diese Anweisungen gab, vernahm man pl\u00f6tzlich ein Tosen, das an Donnergrollen erinnerte, und Wolken h\u00fcllten das Haus Johannes des Theologen ein. Gem\u00e4ss Gottes Befehl ergriffen Engel die Apostel in den verschiedenen L\u00e4ndern, wohin sie gegangen waren, um das Evangelium zu predigen, und brachten sie nach Jerusalem zum Haus der Gottesmutter. Die Apostel freuten sich, als sie einander sahen, waren aber unschl\u00fcssig, wozu sie der Herr versammelt hatte. Der heilige Johannes der Theologe erkl\u00e4rte ihnen, dass f\u00fcr die Gottesmutter die Zeit gekommen sei, zum Herrn zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am dritten Tag, in der dritten Stunde erf\u00fcllte ein g\u00f6ttliches Licht das Zimmer, in dem die Gottesmutter auf ihren Heimgang wartete. In diesem Licht kam der Herr Jesus Christus selbst mit einer Vielzahl von Engeln und Erzengeln herab. In einem leichten Schlaf \u00fcbergab die Allheilige Jungfrau ihre Seele in die H\u00e4nde ihres Sohnes. &#8211; Nachdem die Apostel ihren Abschied von der Mutter Gottes auf Erden beweint hatten, schickten sie sich an, ihren allreinen Leib zu begraben. Der feierliche Begr\u00e4bniszug ging von Zion durch ganz Jerusalem nach Getsemani. [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>Der Apostel Thomas, der nicht am Begr\u00e4bnis teilgenommen hatte, kam erst am dritten Tag nach der Entschlafung der Mutter Gottes nach Jerusalem. Als er mit den J\u00fcngern zum Grab in Getsemani kam, stellte sich heraus, dass der Leib der Allreinen Jungfrau nicht mehr dort war. Die Allreine Jungfrau war zusammen mit ihrem Leib von ihrem Sohn und Gott in den Himmel aufgenommen worden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Daniel Bl\u00e4ttler, Protodiakon<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/07\/Rundbrief-2015_5.pdf\">Rundbrief 2015_5<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[1]<\/a> Zitiert aus: Orthodox info.de. http:\/\/orthpedia.de\/index.php\/Mari%C3%A4_Entschlafung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 15. August feiern die Kirchen in Ost und West das Fest der \u201eEntschlafung der Gottesgeb\u00e4rerin\u201c oder \u2013 wie es in der lateinischen Kirche genannt wird: \u201eDie Aufnahme Marias in den Himmel\u201c.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/208"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=208"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/208\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":630,"href":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/208\/revisions\/630"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=208"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=208"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=208"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}