{"id":540,"date":"2018-06-02T15:09:00","date_gmt":"2018-06-02T13:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/?p=540"},"modified":"2021-06-02T15:12:52","modified_gmt":"2021-06-02T13:12:52","slug":"pfingsten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/pfingsten-2\/","title":{"rendered":"Pfingsten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>\u201eDie Herabkunft des Hl. Geistes auf die Apostel\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u201eDas Fest der Hl. Dreifaltigkeit\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u201eDie Geburtsstunde der Kirche\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Apostelgeschichte berichtet davon: Apg 2, 1 &#8211; 3<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eAls der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.<br>Da kam pl\u00f6tzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherf\u00e4hrt,<br>und erf\u00fcllt das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer,<br>die sich verteilten; auf jeden von ihnen liess sich eine nieder.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"758\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Emdibir.Pfi_..05769XX.JT_-1024x758.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-541\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Emdibir.Pfi_..05769XX.JT_-1024x758.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Emdibir.Pfi_..05769XX.JT_-300x222.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Emdibir.Pfi_..05769XX.JT_-768x568.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Emdibir.Pfi_..05769XX.JT_.jpg 1477w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Pfingsten im alten Bund<br><\/strong>F\u00fcnfzig Tage nach dem Pessachfest feiern die Juden Schawuot, das Wochenfest. Von seiner griechischen Bezeichnung <em>\u201ePentekoste\u201c<\/em> leitet sich unser Wort <em>\u201ePfingsten\u201c<\/em> ab. Beides bedeutet <em>\u201eder f\u00fcnfzigste Tag\u201c<\/em>. Die Zahl F\u00fcnfzig (die Sieben als Zahl der F\u00fclle mit sich selbst multipliziert plus der g\u00f6ttlichen Zahl eins) bedeutet un\u00fcberbietbare F\u00fclle\u201c.<br>Der Pfingsttag wurde in der Zeit des Alten Bundes seit dem Propheten Mose gefeiert, sieben Wochen nach dem j\u00fcdischen Pessachfest, und wurde Wochenfest (Schawuot) genannt. Dieses Fest wurde zur Erinnerung an die \u00dcbergabe der zehn Gebote an Mose auf dem Berg Sinai eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfingsten im neuen Bund<br><\/strong>Die Christen verbinden mit diesem Fest die Ereignisse, wie sie in der Apostelgeschichte berichtet werden. Apg 2, 4 \u2013 11.<br><em>\u201eAlle wurden mit dem Heiligen Geist erf\u00fcllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme M\u00e4nner aus allen V\u00f6lkern unter dem Himmel. Als sich das Get\u00f6se erhob, str\u00f6mte die Menge zusammen und war ganz best\u00fcrzt; denn jeder h\u00f6rte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten ausser sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galil\u00e4er, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache h\u00f6ren: Parther, Meder und Elam\u00edter, Bewohner von Mesopot\u00e1mien, Jud\u00e4a und Kappad\u00f3zien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phr\u00fdgien und Pamph\u00fdlien, von \u00c4gypten und dem Gebiet L\u00edbyens nach Zyr\u00e9ne hin, auch die R\u00f6mer, die sich hier aufhalten, Juden und Prosel\u00fdten, Kreter und Araber, wir h\u00f6ren sie in unseren Sprachen Gottes grosse Taten verk\u00fcnden.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Brausen und der heftige Sturm bereiten die Apostel auf die Ankunft des Heiligen Geistes vor, und die Feuerzungen zeigten an, dass er gekommen war.<br>Der Hl. Gregorios der Theologe sagt dazu: \u201e<em>Der Sohn Gottes kam sichtbar in die Welt, und auch der Heilige Geist musste sichtbar kommen\u201c.<\/em><br>Das verbl\u00fcffende zweite Wunder war, dass alle pl\u00f6tzlich begannen in allen Sprachen zu reden; in allen Sprachen verk\u00fcnden sie die Taten Gottes, zu deren Zeugen sie geworden waren und deren Sinn sie erst jetzt in ihrer ganzen F\u00fclle begriffen.<br>Diese Darstellung ist das pure Gegenteil: \u201eVom Turmbau zu Babel\u201c, dort entzweiten sich die V\u00f6lker, weil eine Sprachverwirrung entstand. Pfingsten ist also Heilsgeschehen, das bewirkt, dass sich diese alte Wunde wieder schloss und sich die Menschen der verschiedenen V\u00f6lker wieder verstehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"685\" height=\"960\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Pfi.Kopt_.IMG_0196.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-542\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Pfi.Kopt_.IMG_0196.jpg 685w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Pfi.Kopt_.IMG_0196-214x300.jpg 214w\" sizes=\"(max-width: 685px) 100vw, 685px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Als er herabkam, die Sprachen zu verwirren, schied der H\u00f6chste die V\u00f6lker; als er des Feuers Zungen verteilte, rief Er alle zur Einheit: und einstimmig verherrlichen wir den Allheiligen Geist!\u201c<br>Kondakion 8 Ton<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der (Hl.) Geist hatte schon immer eine hohe Bedeutung in der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen, etwa bei der Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung im Buch Genesis: <em>\u201eDer Geist Gottes schwebte \u00fcber dem Wasser.\u201c <\/em>Bei der Verk\u00fcndigung der Geburt Jesu an Maria sprach der Engel: <em>\u201eDer Hl. Geist wird dich \u00fcberschatten.\u201c<\/em> Der Apostel Paulus schrieb: <em>\u201eWo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eTres personae, una substantia\u201c \u201eDrei Personen, ein Wesen\u201c<br><\/strong>Auf dem Zweiten \u00d6kumenischen Konzil von Konstantinopel im Jahre 381 wurde das Bekenntnis zur Gottheit des Heiligen Geistes f\u00fcr verbindlich erkl\u00e4rt. Er wurde bekannt als <em>\u201eHerr\u201c<\/em> und <em>\u201eLebenspender\u201c<\/em> der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird. Die Kirchen des Ostens und des Westens teilen diesen Glauben an den <em>\u201eDreifaltigen Gott\u201c<\/em>, obwohl die Theologie der Ostkirche und die des Abendlandes unterschiedliche Denkmuster zulassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfingsten ist keine Fortsetzung der Menschwerdung, sondern ihre Frucht, ihre Auswirkung.<br>V. Lossky<br><\/strong>In der Ostkirche gibt es fast kein Gebet, das nicht mit einer trinitarischen Doxologie endet. Fast alle Gottesdienste beginnen mit den pfingstlichen Stichiron. Damit wird deutlich, dass Gebet immer nur in der Kraft des Heiligen Geistes geschehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eHimmlischer K\u00f6nig, Tr\u00f6ster, Geist der Wahrheit der Du \u00fcberall bist und alles erf\u00fcllst, Hort der G\u00fcter und Lebenspender, komm und wohne in uns und reinige uns von allem Makel und errette, G\u00fctiger, unsere Seelen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein pfingstlicher Brauch in der byzantinischen Ostkirche<br><\/strong>An Pfingsten werden die Kirchen mit gr\u00fcnen Zweigen und Blumen geschm\u00fcckt. Dieser Brauch stammt nach der \u00dcberlieferung noch aus dem Alten Bund, als die H\u00e4user und Synagogen zu Pfingsten mit Gr\u00fcn geschm\u00fcckt wurden als Zeichen daf\u00fcr, dass alles gr\u00fcnte und bl\u00fchte, als Mose die Gesetzestafeln erhielt.<br>An Pfingsten wird auch der Erscheinung der Dreifaltigkeit bei Abraham in Mamre gedacht, deshalb erinnert die mit Gr\u00fcn geschm\u00fcckte Kirche auch an jenen Hain. Die Gew\u00e4nder der Geistlichen sind darum auch gr\u00fcn und sie verrichten alle heiligen Handlungen mit Str\u00e4ussen aus gr\u00fcnen Zweigen und Blumen in der Hand.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eGesegnet bist Du Christus, unser Gott, der Du die Fischer zu Allweisen gemacht hast, in dem Du ihnen den Heiligen Geist gesandt und durch sie den ganzen Erdkreis eingefangen hast; Menschenliebender, Ehre sei Dir!\u201c<br>Troparion 8 Ton<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1005\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Apostel.Kuris-051C-1-1005x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-543\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Apostel.Kuris-051C-1-1005x1024.jpg 1005w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Apostel.Kuris-051C-1-294x300.jpg 294w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Apostel.Kuris-051C-1-768x782.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/06\/CUS_RB-4-2018_Apostel.Kuris-051C-1.jpg 1335w\" sizes=\"(max-width: 1005px) 100vw, 1005px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Pfingsten gilt darum in den Kirchen des Ostens und des Westens als das Fest der Erf\u00fcllung und Vollendung, die Frucht vom Osten. Und ist die Best\u00e4tigung der Auferstehung Jesu, seiner Erh\u00f6hung zu Gott, dem Vater und seiner bleibenden Gegenwart bei der Gemeinde seiner Gl\u00e4ubigen. Man wird sie daran erkennen und messen, ob sie dem Wirken des Heiligen Geistes Raum gibt und in allen Sprachen den Menschen die Botschaft Gottes zu bringen vermag.<br>Der Heilige Geist will auch heute in unserer Zeit zu uns Gl\u00e4ubigen kommen, unsere Herzen erf\u00fcllen und das Feuer seiner Liebe entz\u00fcnden.<br>Das Ziel des christlichen Lebens ist der <em>\u201eErwerb des Heiligen Geistes\u201c,<\/em> sagt der hl. Serafin von Sarov.<\/p>\n\n\n\n<p>Pfarrer Roger Schmidlin<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkung:<br><\/strong>Mit dem Begriff Ostkirche ist die byzantinische gemeint.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur:<br><\/strong>&#8211; Bibel Einheits\u00fcbersetzung<br>&#8211; Liturgikon, Neophytos Edelby<br>&#8211; Mysterium der Anbetung, Sergius Heitz<br>&#8211; Die mystische Theologie, V. Lossky<br>&#8211; Bilder des Lebens, Hanns Sauter<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fotos der Ikonen:<br><\/strong>&#8211; Dr. Jean-Paul Deschler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAls der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.<br \/>\nDa kam pl\u00f6tzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherf\u00e4hrt,<br \/>\nund erf\u00fcllt das ganze Haus, in dem sie waren. 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