{"id":833,"date":"2008-07-05T13:55:00","date_gmt":"2008-07-05T11:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/?p=833"},"modified":"2021-07-05T14:00:12","modified_gmt":"2021-07-05T12:00:12","slug":"eindruecke-vom-nahen-osten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/eindruecke-vom-nahen-osten\/","title":{"rendered":"Eindr\u00fccke vom Nahen Osten (I)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>vom Nahen Osten<\/strong> <strong>(Libanon, Syrien und Antiochien)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>22. April bis 6. Mai 2008&nbsp;&nbsp; (Teil I)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Begleitung mit Grossarchimandrit V. Felix Dillier durfte ich die urchristlichen Gebiete im Nahen Osten: Libanon, Syrien und Antiochien (heute T\u00fcrkei) kennen lernen. Es hat sich schon sehr bald herausgestellt, dass er ein hervorragender Kenner des Nahen Ostens ist; ebenso war es von Vorteil, dass er \u00fcberall bekannt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Kenntnisse und Erfahrungen mit den Christen im Nahen Osten zeigten sich in seinem grossen Bekanntenkreis; es gab kaum einen Bischof oder ein Kloster, das er nicht kannte. Das brachte auch mir Vorteile ein. An dieser Stelle sei V. Felix ganz herzlich gedankt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010370-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-834\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010370-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010370-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010370-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010370-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010370.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Durch diese Kontakte mit den Christen (auch unterschiedlicher Destinationen) wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, dass wir im Westen diese unsere Glaubensgeschwister nicht vergessen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>So machten wir uns am 22. April 2008 von Genf aus auf den Weg nach Beirut. Dort nahm uns P. Elias Aghia (P\u00e8re G\u00e9n\u00e9ral) der Paulisten herzlich in Empfang, um uns in sein Kloster nach Harissa zu bringen. Auf der Fahrt durchquerten wir die Hauptstadt Beirut. Unsern neugierigen Blicken entgingen die Folgen des letzten Krieges nat\u00fcrlich nicht. Ganze H\u00e4userreihen zeigten noch ihre durchl\u00f6cherten Fassaden, unbewohnbare H\u00e4user stehen wie ein Skelett als Mahnmal in der Gegend, Schuttkegel zeugen von den Folgen eines sinnlosen Krieges.<\/p>\n\n\n\n<p>In Harissa angekommen wurden wir im Kloster von den Mitbr\u00fcdern und Seminaristen herzlich willkommen geheissen. Vier der Patres feierten an diesem Abend ihren Namenstag, den Heiligen Georg (von Kappadokien). Im sch\u00f6nen Innenhof des Klosters bei gem\u00fctlichem Beisammensein wurde auf die vier Patres und unser Ankommen angestossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am folgenden Tag stand ein Ausflug ins libanesische Hochgebirge auf dem Programm. Pater Elias der uns begleitete, wollte uns unbedingt die noch schneebedeckten Berge und den Wasserreichtum des Landes zeigen. Jedenfalls was den Schnee, die Wasserquellen und die Skilifte betrifft, wird dem Namen des Libanons als die \u00abSchweiz des Nahen Ostens\u00bb gerecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel war eigentlich das Kloster der Auferstehung in Faraiya, das wir mit etwas Versp\u00e4tung erreichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort konzelebrierten wir, anschliessend assen wir mit den M\u00f6nchen zu Mittag. Die Verabschiedung schloss zugleich eine neue Einladung mit ein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000722-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-835\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000722-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000722-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000722-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000722-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000722.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Nachmittag war der alten Ruinenstadt Byblos gewidmet. Byblos heisst auf arabisch Jbail und ist UNESCO-Welterbe. Diese Stadt ist wahrlich eine Perle an der libanesischen K\u00fcste. Auf dem Gel\u00e4nde der \u00abAlten Stadt\u00bb kann man Mauern, Tempel und Gr\u00e4ber l\u00e4ngst vergangener Zeiten bewundern. In Byblos gibt es kaum eine Mittelmeerkultur, die seine Spuren nicht hinterlassen hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000743-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-836\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000743-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000743-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000743-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000743-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000743.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Vormittag des n\u00e4chsten Tages war ein Besuch in einem Salvatorianer-Kloster vorgesehen. Auf der Fahrt dorthin zeigte sich die ganze Fruchtbarkeit des Landes. Vorbei an steilen H\u00e4ngen mit den terrassenf\u00f6rmig angelegten Gem\u00fcseg\u00e4rten, durch gr\u00fcne T\u00e4ler mit einer grossen Vielfalt an Obstb\u00e4umen wie verschiedene Zitrusfr\u00fcchte, \u00c4pfel, Granat\u00e4pfel, Mispeln, N\u00fcsse, Mandeln, nat\u00fcrlich Olivenb\u00e4ume und noch vieles mehr. Es war, als durchquerten wir den Garten Eden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kloster angelangt, erwarteten uns schon der Abt und die M\u00f6nche zum Mittagessen. Nach einer kurzen Siesta ging es weiter Richtung Saida (Sidon) zum bekannten Marienwallfahrtsort Maghdouche. In der noch nicht fertiggestellten Wallfahrtskirche erwarteten uns der em. Bischof Georges Kwaiter und sein Nachfolger Bischof Elias Haddad. Sie erkl\u00e4rten uns die verschiedenen Bauphasen der Kirche und wollten nat\u00fcrlich die Meinung von V. Felix wegen der n\u00e4chsten bevorstehenden Bauphase einholen. Nach einer ausgiebigen Besprechung und einem arabischen Kaffee verabschiedeten wir uns.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000787-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-837\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000787-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000787-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000787-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000787-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000787.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>In Jounieh bei \u00abChez Joseph\u00bb eingekehrt, assen wir ein typisches libanesisches Abendessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Freitag, 25. April stand eine l\u00e4ngere Passfahrt von Harissa auf die andere Seite des Landes in die Bekaa-Ebene bevor; Pater Elias konnte uns an diesem Tag nicht begleiten, so sprang freundlicherweise Pater Nicolas f\u00fcr ihn ein. Die vielen Plakate verrieten uns sehr bald, dass wir uns in einer Schiiten-Hochburg befanden. Die Bekaa-Ebene lag vor uns in voller Pracht, ein wunderbares Farbenspiel zeigte sich, gr\u00fcne und gelbe Felder, braune und rote und fast schwarze Erde wechselten sich ab. Dieses fruchtbare Tal ist wohl die Kornkammer des Libanon.<\/p>\n\n\n\n<p>In Baalbeck (Heliopolis) angekommen, besuchte ich in Begleitung mit Pater Nicolas die r\u00f6mische Tempelanlage. V. Felix, der die Anlage schon mehrmals gesehen hatte, besuchte in der Zwischenzeit den Bischof von Baalbeck.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein F\u00fchrer zeigte und erkl\u00e4rte uns die sehr weitl\u00e4ufige Anlage. Baalbeck ist UNESCO-Welterbe und gem\u00e4ss den Aussagen unseres F\u00fchrers der gr\u00f6sste r\u00f6mische Tempel aller Zeiten. F\u00fcr Arch\u00e4ologen sind die Ruinen dieser Anlage so etwas wie ein Wirklichkeit gewordener Traum. Vor diesen Anlagen stehend kann man nur staunen und die Menschen bewundern, die so etwas ohne technische Hilfsmittel fertig gebracht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Mittagessen nahmen wir bei den Eltern von Pater Nicolas, der aus Baalbeck stammt, ein. Nach dem feinen Essen und einem kr\u00e4ftigen Schluck Arak verabschiedeten wir uns. Auf der Weiterfahrt machten wir Halt bei den Schwestern in Jabboul\u00e9, die uns mit einer herrlichen Erfrischung empfingen. Alsbald brachen wir auf und fuhren \u00fcber die noch schneebedeckten P\u00e4sse zur\u00fcck nach Harissa.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Samstagmorgen besichtigten wir die Tropfsteinh\u00f6hlen der Grotten von Jeita. Zum Mittagessen waren wir eingeladen beim Metropoliten von Beirut Joseph Kallas. Beim Kaffee gab es interessante Gespr\u00e4che mit ihm und den anwesenden Priestern.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Abend machten wir uns auf den langen Weg nach Syrien, unser Ziel war der Ort Marmarita im \u00abTal der Christen\u00bb, wo wir uns im Haus bei den Paulisten einnisteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am andern Tag, es war Sonntag, konzelebrierten wir mit den Paulisten bei voller Kirche. Nach der Messe \u2013 es war selbstverst\u00e4ndlich \u2013 besuchten wir die nicht weit entfernte gr. Orthodoxe Kirche, um mit ihnen den Ostergruss auszutauschen; sie feierten n\u00e4mlich &#8211; nach julianischem Kalender &#8211; an diesem Sonntag Ostern.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Mittagessen nahmen wir unsere n\u00e4chste Etappe unter die R\u00e4der. Unweit von Marmarita fuh-ren wir vorbei am imposanten \u00abKrak des Chevaliers\u00bb, den wir aus zeitlichen Gr\u00fcnden nicht mehr besichtigen konnten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000963-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-838\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000963-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000963-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000963-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000963-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1000963.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein unbedingter Halt war angesagt in Hama, wo wir kurz die ber\u00fchmten \u00abNoris\u00bb Wasserr\u00e4der besichtigten. Das Knarren der aus Holz gebauten Wasserr\u00e4der verriet uns noch ihre Aktivit\u00e4t. Die Wasserr\u00e4der wurden seit dem 4. Jh. benutzt, um das Flusswasser in h\u00f6her gelegene Bew\u00e4sserungskan\u00e4le zu heben. Einzelne Sch\u00f6pfr\u00e4der sind bis zu 500 Jahre alt. In der Bibel wird Hama Hamath genannt. Der K\u00f6nig von Hama schickte seinen Sohn Zoran mit Geschenken zu K\u00f6nig David, um diesen vom Einfall nach Hamat abzuhalten (2Sam.8, 9-11).<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Abstecher war die Besichtigung des Ruinenfeldes von Apameia mit seiner sch\u00f6nen S\u00e4ulenstrasse.<\/p>\n\n\n\n<p>V. Roger Schmidlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>vom Nahen Osten (Libanon, Syrien und Antiochien) 22. April bis 6. Mai 2008&nbsp;&nbsp; (Teil I) In Begleitung mit Grossarchimandrit V. Felix Dillier durfte ich die urchristlichen Gebiete im Nahen Osten: Libanon, Syrien und Antiochien (heute T\u00fcrkei) kennen lernen. 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