{"id":841,"date":"2008-07-05T14:00:00","date_gmt":"2008-07-05T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/?p=841"},"modified":"2021-07-05T14:03:49","modified_gmt":"2021-07-05T12:03:49","slug":"eindruecke-vom-nahen-osten-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/eindruecke-vom-nahen-osten-ii\/","title":{"rendered":"Eindr\u00fccke vom Nahen Osten (II)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>(Libanon, Syrien und Antiochien)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>22. April bis 6. Mai 2008&nbsp;&nbsp; (Teil II)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Aleppo angekommen, wurden wir im Bischofshaus einquartiert. Mit Metropolit Mgr. Jean Jeanbart, Abuna Jgnace Dick und P\u00e8re Jmade nahmen wir das Abendessen ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Am folgenden Tag (Montag, 28. April) konzelebrierten wir bei der Messe mit dem Metropoliten, und nach dem gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fcck fuhren wir Richtung Norden mit dem Ziel \u00abQala\u2019at Samaan\u00bb, auf deutsch Simeons-Kloster. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir die auf einem H\u00fcgel gelegene Kirchenruine aus dem 5. Jh.; wie uns gesagt wurde, soll es die erste Marienkirche auf syrischem Boden gewesen sein. Der absolute H\u00f6hepunkt des Tages war der Besuch der Klosterruinen des hl. Simeon, des S\u00e4ulenheiligen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010065-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-842\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010065-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010065-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010065-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010065-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010065.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die sch\u00f6nste und gr\u00f6sste fr\u00fchchristliche Wallfahrtsanlage des Vorderen Orients ist die Hauptattraktion unter den zahlreichen antiken Denkm\u00e4lern Syriens. Von der Kirche aus bietet sich dem Besucher das bezaubernde Panorama einer fast grenzenlosen Weite. Die ganze Anlage zu besichtigen nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Das Spezielle an dieser Klosteranlage sind wohl die vier Basiliken, die sich kreuzf\u00f6rmig zum zentralen Oktogon hin \u00f6ffnen, in der Mitte stehend die Simeonss\u00e4ule, von der heute nur noch ein Stumpf erhalten ist. Ebenso sehenswert ist das Baptisterium mit der dazugeh\u00f6rigen kleinen Pilgerkirche.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Vita des hl. Simeon Stylites einzugehen w\u00fcrde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, darum verzichte ich darauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Das n\u00e4chste Ziel war die antike Stadt Cyrrhus, die wir infolge einer Autopanne nicht mehr erreichen konnten. Pater Elias organisierte f\u00fcr uns eine R\u00fcckfahrm\u00f6glichkeit nach Aleppo, was ihm auch gelang. Mit einem Lieferwagen erreichten wir nach ca. zweist\u00fcndiger Fahrt die Stadt Aleppo.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Dienstag, unserem letzten Tag in Aleppo, bummelten wir durch den Souk, den typisch orientalischer Bazar. Die orientalischen Gew\u00fcrze und Parfums umh\u00fcllten mit ihrem Duft das ganze Marktgeschehen. Die Zitadelle konnten wir leider nur von aussen betrachten, dienstags war sie geschlossen. \u2013 daf\u00fcr als Alternative entschieden wir uns f\u00fcr die Omaijaden-Moschee. Auffallend ist ihr hohes quadratisches Minarett. Der imposante Steinturm ist mit nach oben immer reicher werdendem Reliefschmuck verziert. Im Innern der Moschee befindet sich ein Schrein, in dem angeblich das Haupt des Zacharias, des Vaters von Johannes dem T\u00e4ufer, aufbewahrt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur \u00dcbernachtung fuhren wir zur\u00fcck nach Marmarita zu den Paulisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste H\u00f6hepunkt erwartete uns am n\u00e4chsten Tag (30. April) in Palmyra. Das UNESCO-Welterbe ist ein Muss f\u00fcr jeden Syrien-Reisenden! Die Oase mitten in der syrischen W\u00fcste z\u00e4hlt man zu den interessantesten Ruinenst\u00e4tten \u00fcberhaupt. Palmyra war eine bedeutende Handelsstation an der Seidenstrasse, so ist es nicht verwunderlich, dass verschiedene Kulturen und V\u00f6lker ihre Spuren hinterlassen haben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010211-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-843\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010211-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010211-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010211-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010211-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010211.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Als Ausgangspunkt f\u00fcr eine Besichtigung der Ruinenstadt wurde uns empfohlen, beim heiligen Bezirk des Bel-Tempels anzufangen. Vorbei an der grossen Kolonnadenstrasse wurde man auf Schritt und Tritt mit l\u00e4ngst vergangener Zeit konfrontiert. Das Theater, die Thermen und vieles mehr pr\u00e4sentierten unseren Blicken die Meisterwerke r\u00f6mischer Architektur. Voller Eindr\u00fccke, die zuerst einmal vorverdaut werden mussten, kehrten wir zur\u00fcck nach Marmarita, wo unsere Freunde uns erwarteten, um in einem feinen Restaurant ein typisch arabisches Abendessen einzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 1. Mai, Christi Himmelfahrt, feierten wir bei den Schwestern in Marmarita die hl. Messe. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck verabschiedeten wir uns von unsern liebgewordenen Mitbr\u00fcdern und fuhren nach Safita in den \u00abConvent St. Paul\u00bb. Dort nahm uns Dr. Joseph Maalouf \u2013 er ist Professor der Philosophie an der Universit\u00e4t Beirut und ein Freund von V. Felix \u2013 in Empfang. Er hatte sich bereit erkl\u00e4rt, uns die n\u00e4chsten drei Tage zu begleiten. Nach einer kurzen Rundfahrt durch Safita ging es weiter nach Tartus, wo wir am Mittelmeerstrand bei einem Spaziergang unsere Lungen mit Meeresluft f\u00fcllten. Unser n\u00e4chstes Ziel, wieder ein UNESCO-Weltkulturerbe, Saladins Burg. Mitten in einer fruchtbaren H\u00fcgellandschaft gelegen, scheint es, als w\u00fcrde die Burg versteck spielen. Von jeder anderen Seite zeigte sich das gewaltige Bauwerk noch imposanter. Aus zeitlichen Gr\u00fcnden entschieden wir uns f\u00fcr die \u00e4usserliche Besichtigung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010152-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-844\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010152-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010152-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010152-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010152-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Weiter ging es Richtung Westen nach Lattakia zum erzbisch\u00f6flichen Sitz, wo uns Mgr. Nicolas Saouaf, Erzbischof von Lattakia bereits erwartete.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer erholsamen Nacht fuhren wir am Freitagmorgen mit einem Touristentaxi zur t\u00fcrkischen Grenze. Der Ablauf am Zoll schien mir ziemlich unbeholfen zu sein. Nach ca. einer Stunde waren die Ein- bzw. Ausreiseformalit\u00e4ten erledigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Fahrt f\u00fchrte uns durch eine bezaubernde Gegend: Pinienw\u00e4lder, Olivenhaine, Obstg\u00e4rten, Getreidefelder, sanfte mit bunten Blumen \u00fcbers\u00e4te H\u00fcgelz\u00fcge und viele kleine vertr\u00e4umte D\u00f6rfer wechselten sich ab. Pl\u00f6tzlich zeigte sich, in der Talsenke eingebettet, die altehrw\u00fcrdige Stadt Antiochia (heute Antakya). In der Stadt angekommen, zog es uns zuerst zur bekannten Felsenkirche des Petrus, leider war sie geschlossen, so dass wir uns also dem n\u00e4chsten Objekt zuwandten. Wir besuchten die gr. Orthodoxe Kirche, die uns durch ihre Architektur sehr beeindruckte. Zu Fuss ging es weiter durch viele enge Gassen, wo wir dann endlich die kleine, ziemlich versteckte katholische Kirche fanden. Nach einer kurzen Begegnung mit dem Pfarrer (ein ital. Kapuziner) meldete sich dann der Hunger. In einem t\u00fcrkischen Restaurant stillten wir unseren Hunger und Durst. Wir entschlossen uns nach dem Essen wieder langsam zur\u00fcckzufahren nach Syrien. Nach dem Grenz\u00fcbergang trafen wir wieder unseren Freund Joseph Maalouf. Er empfahl uns \u2013 da wir ja ohnehin auf der R\u00fcckfahrt nach Lattakia waren, das alte Ugarit anzusehen. Der Ort ist eine der wichtigsten fr\u00fchgeschichtlichen St\u00e4tten des Landes und Fundort eines Tontafelarchivs mit dem \u00e4ltesten Keilschriftalphabet. Die Ortsbezeichnung Ugaru (Feld) ist seit 2300 v.Chr. belegt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010280-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-845\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010280-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010280-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010280-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010280-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1010280.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Am Abend wurden wir von Bischof Nicolas Saouaf zu einem feinen Nachtessen eingeladen. Im Gespr\u00e4ch mit ihm erfuhren wir von den Sorgen und N\u00f6ten der Christen im Nahen Osten.<\/p>\n\n\n\n<p>Samstag der 3. Mai war Reisetag. Eine lange Fahrt stand uns bevor. An der Mitteleerk\u00fcste entlang mit einem Mittagshalt in Tripoli kamen wir gegen Abend doch sehr m\u00fcde in Harissa an.<\/p>\n\n\n\n<p>Am andern Tag (Sonntag) feierten wir in Konzelebration mit den Paulisten-Patres die g\u00f6ttliche Liturgie in der wundersch\u00f6nen Kirche. Nach dem Mittagessen inklusive Mittagsschl\u00e4fchen machten wir noch einen Besuch bei den Schwestern im \u00abCouvent St. Michael\u00bb und bei den Basilianerinnen im \u00abCouvent d\u2019Annonciation\u00bb, wo wir den klostereigenen Wein verkosten durften.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Montag war Ruhetag angesagt, schliesslich mussten wir noch unsere Koffer packen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Reise in den Nahen Osten hat mir pers\u00f6nlich einen ausgezeichneten Einblick in die Kultur dieser L\u00e4nder, die Kirche und \u00fcber die Situation der Christen verschafft. Es entstanden Kontakte, die ich gerne weiter pflegen m\u00f6chte. Doch eine solche hoch konzentrierte Ladung an Eindr\u00fccken, Begegnungen und Besichtigungen m\u00fcssen zuerst verarbeitet und eingeordnet werden. Die Erfahrung, das grosse Wissen und die Kenntnisse \u00fcber diese L\u00e4nder von V. Felix Dillier haben sich auf mich etwas abgef\u00e4rbt, sodass ich diese Menschen und L\u00e4nder sch\u00e4tzen und lieben gelernt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Dienstag, den 6. Mai kamen wir nach einem ruhigen Flug wohlbehalten in Genf an.<\/p>\n\n\n\n<p>V. Roger Schmidlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Libanon, Syrien und Antiochien) 22. April bis 6. Mai 2008&nbsp;&nbsp; (Teil II) In Aleppo angekommen, wurden wir im Bischofshaus einquartiert. Mit Metropolit Mgr. Jean Jeanbart, Abuna Jgnace Dick und P\u00e8re Jmade nahmen wir das Abendessen ein. Am folgenden Tag (Montag, 28. 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