{"id":847,"date":"2010-07-05T14:05:00","date_gmt":"2010-07-05T12:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/?p=847"},"modified":"2021-07-05T14:08:18","modified_gmt":"2021-07-05T12:08:18","slug":"auf-den-spuren-biblischer-staetten-und-ortschaften-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/auf-den-spuren-biblischer-staetten-und-ortschaften-i\/","title":{"rendered":"Auf den Spuren biblischer St\u00e4tten und Ortschaften I"},"content":{"rendered":"\n<p>(Libanon, Syrien und Jordanien)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>29. September bis 13. Oktober 2009<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im vergangenen Jahr stand wieder eine Reise in den Nahen Osten an. In Begleitung mit Grossarchimandrit V. Felix Dillier kam ich erneut in den Genuss, mit ihm diese Reise anzutreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Menschen sind heutzutage als Touristen in Gruppen oder auch einzeln im Nahen Osten unterwegs. Wir aber wollten auf dieser Reise, die mit viel Sorgfalt von V. Felix vorbereitet wurde, in erster Linie als Pilger unterwegs sein und denkw\u00fcrdige St\u00e4tten der Bibel und der alten Christenheit aufsuchen. Das dichte Programm auf dieser Fahrt liess trotzdem noch gen\u00fcgend Zeit um mit unseren Mitchristen im Orient, mit Kl\u00f6stern und Bisch\u00f6fen in Kontakt zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Reise nahm ihren Anfang am <strong>29. September<\/strong> ab Genf mit der MEA (Middle East Airlines). Mit einer Stunde Versp\u00e4tung kamen wir kurz vor 18 Uhr Ortszeit in Beyrouth an. Dort wurden wir von P. Elias Aghia (P\u00e8re g\u00e9n\u00e9ral der Paulisten) schon erwartet und herzlich willkommen geheissen. Auf dem Weg nach Harissa zum Kloster der Paulisten machten wir in der Hauptstadt noch einen Zwischenhalt beim Erzbischof von Beyrouth Msgr. Joseph Kallas, der uns ebenso herzlich empfing. Bei einem arabischen Kaffee sprach er mit uns \u00fcber seine Vorhaben und seine grossen und kleinen Sorgen. Bei Dunkelheit erreichten wir schliesslich nach einer halbst\u00fcndigen Autofahrt bergauf unser Ziel in Harissa.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020050-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-848\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020050-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020050-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020050-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020050-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020050.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>30. September<\/strong> &#8211; Nach dem Morgengebet (Orthros), Messe und anschliessendem Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fchrte uns der Weg zum ber\u00fchmten und gr\u00f6ssten Marien-Wallfahrtsort im Libanon, nach Maghdouche. Dort erwartete uns der em. Bischof Georges Kwaiter, der den Bau der m\u00e4chtigen Wallfahrtskirche vor ein paar Jahren in Auftrag gab. Da die finanziellen Mittel nur z\u00e4h fliessen, konnte der Innenausbau bis heute noch nicht fertig gestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter ging es nach Joun zum Kloster St. Sauveur zu den Salvatorianerinnen, wo wir bereits zum Mittagessen erwartet wurden. Die Schwestern sind sehr herzlich und freuen sich auf jeden Besuch. Besonders eindr\u00fccklich ist ihre Paramentenabteilung, wo richtige Kunstwerke entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschliessend fuhren wir weiter durch den \u00abChouf\u00bb, typisch libanesiches Gebirge. Vorbei an eindr\u00fccklichen Pinienw\u00e4ldern, die sich abwechselten mit terrassenf\u00f6rmigen Obstg\u00e4rten und Olivenhainen und vorbei an Ain Traz, der Sommerresidenz von Patriarch Gregorios III. ging es zur\u00fcck nach Harissa.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020307-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-850\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020307-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020307-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020307-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020307-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020307.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Am <strong>1. Oktober<\/strong> besuchten wir die Trappisten des Klosters St. Sauveur. Mit den 11 M\u00f6nchen nahmen wir stillschweigend das Mittagessen ein. Beim Kaffee erkl\u00e4rte uns P. Louis die Wichtigkeit der Pr\u00e4senz der Christen im Land. Dabei wurde klar, es fehlt oft an den n\u00f6tigen Finanzen um pastoral wirksam arbeiten zu k\u00f6nnen. Am Nachmittag war Ruhe angesagt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Oktober<\/strong> -Abfahrt schon am fr\u00fchen Morgen, es stand ein weiter Weg vor uns mit dem Ziel \u00abLes C\u00e8dres\u00bb. Zuerst auf der Autobahn an der K\u00fcste entlang Richtung Tripoli im Norden, bogen wir ab in ein Seitental, das den Namen \u00abTal der Heiligen\u00bb tr\u00e4gt. Wie der Name vermuten l\u00e4sst, leben in dieser Gegend vorwiegend maronitische Christen. Im Dorf Amyun bewunderten wir die in Fels gehauenen Eremitenzellen. In Qusba mussten wir unbedingt einen Fotohalt machen, vor uns bot sich ein unvergesslicher Anblick eines orth. Klosters, das sich wie ein Schwalbennest an den Fels schmiegte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020184-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-849\" srcset=\"https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020184-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020184-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020184-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020184-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.catholica-unio.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/07\/P1020184.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Je weiter wir ins \u00abWadi qadisha\u00bb vordrangen, kam uns die Fahrt vor, als w\u00fcrden wir in eine andere Welt kommen. Die tiefe Schlucht ist umrahmt von Terrassenfeldern mit Obstkulturen, zwischen denen Kirchen, Kl\u00f6ster und kleine D\u00f6rfer eingestreut sind. Im Hintergrund thronen die schneebedeckten Dreitausender wie eine Kulisse. Es ist nicht verwunderlich, dass dieses Tal 1998 zum UNESCO Welterbe erkl\u00e4rt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Besuch des \u00abAntoniuskloster\u00bb, das ber\u00fchmteste des Tales, durfte nicht ausbleiben. Der Legende nach soll dieses von Kaiser Theodosius I. (379-395) gegr\u00fcndet worden sein. Es beherbergt die Grabm\u00e4ler maronitischer Patriarchen. Stetig bergaufw\u00e4rts gelangten wir endlich an unser Ziel \u00abLes C\u00e8dres\u00bb (1950 m.\u00fc.M.). Eigentlich erwartete ich einen Zedernwald, der glich aber eher einem Zederngarten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"\" alt=\"\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch voller Staunen standen wir vor diesen Riesen, die nicht selten einen Umfang von 11 m aufweisen. Wie uns gesagt wurde, sollen einige dieser gigantischen B\u00e4ume 1000 Jahre alt sein. Jedenfalls ist erfreulich, dass diese altehrw\u00fcrdige Baumart durch ein Aufforstungsprogramm gef\u00f6rdert wird. Auf der Passh\u00f6he hatte man einen wundersch\u00f6nen Ausblick auf den h\u00f6chsten Gipfel des Libanon, den schneebedeckten \u00abQurnat al sawdo\u00bb (3083 m.\u00fc.M.).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Oktober<\/strong> &#8211; Und wieder ein Seitental zwischen Jounieh und Biblos liegend, das Tal \u00abNahr Ibrahim\u00bb. Der Schlucht folgend f\u00fchrt eine Strasse landeinw\u00e4rts. In Machnaqa angekommen, bewunderten wir die \u00dcberreste eines ph\u00f6nizischen Tempels.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem weiteren Weg landeinw\u00e4rts besuchten wir das Grab und die Zelle des wohl ber\u00fchmtesten Heiligen des Libanon, des Hl. Charbel.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Winterskiort Laqlouq vorbei fuhren wir in Richtung Aqura, wo wir die M\u00f6nche des \u00abCouvent de la Nativit\u00e9\u00bb besuchten. In Duma, einem christlichen Dorf, fanden wir eine \u00abchristliche\u00bb Besonderheit: Die Gottesh\u00e4user der Katholiken und der Orthodoxen standen direkt nebeneinander wie \u00ab\u00f6kumenische\u00bb Zwillinge! Auf dem Heimweg lag das griechisch orthodoxe Frauenkloster des Hl. Silouan; dort bewunderten wir die sch\u00f6ne Ikonostase.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Oktober<\/strong> &#8211; Unser Programm begann um 10.00 Uhr mit der g\u00f6ttlichen Liturgie in der Basilika der Paulisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend stand ein Besuch des armenisch katholischen Patriarchats auf dem Programm. Die Besichtigung der Kirche und das interessante Museum \u00fcber die Geschichte des armenischen Volkes, sowie die eigene Weinkellerei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Oktober<\/strong> &#8211; Reisetag nach Syrien. Mit dem Auto von P. Elias fuhren wir bis in die Bekaa-Ebene in die Ortschaft Chtoura, wo wir das Auto im Hof bei Schwestern abstellten. Von dort gings weiter per Taxi nach Damaskus direkt ins Patriarchat.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Nachmittag verbrachten wir in Tal Kaukab, s\u00fcdlich von Damaskus. Es wurde uns empfohlen, unbedingt die fast neue Kirche des griechisch orthodoxen Patriarchats, die dem Apostel Paulus geweiht ist, zu besichtigen. Nat\u00fcrlich blieben wir nicht unbemerkt \u2013 die orientalische Gastfreundschaft war sprichw\u00f6rtlich, sofort wurden wir zu Tee eingeladen. Bei Dunkelheit gings zur\u00fcck ins Patriarchat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. Oktober<\/strong> &#8211; Am Vormittag fuhren wir nach Jaramada, ein Vorort von Damaskus. Dort wurden wir von uns nicht unbekannten Gesichtern der Paulisten empfangen. Einer von ihnen begleitete uns durch diesen Stadtteil, der sichtlich viele christliche Fl\u00fcchtlinge aus dem Irak beherbergt. Daher ist\u2019s nicht verwunderlich, dass in der Abrahams-Kirche 3 Riten vertreten sind (neben Melkiten auch Chald\u00e4er und Syriaken). Bei dieser Gelegenheit lernten wir Pater Christoforos kennen, bei dem sich bald herausstellte, dass er ein begnadeter S\u00e4nger und Musiker ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch vor dem Mittagessen wurde uns die Schule (des Patriarchats) gezeigt. Hier sind alle Klassen vertreten; die christlichen Schulen geniessen einen sehr guten Ruf in Syrien, auch bei Muslimen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Nachmittag, wieder im Patriarchat, war eine grosse Beerdigung des Vaters eines Priesters im Gang, wo wir einen Teil beiwohnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zeremonie stand Bischof Joseph Apsi vor, der uns eingeladen hat, nach der Feier mit ihm nach Maalula zu fahren zu einem ganz besonderen Anlass.<\/p>\n\n\n\n<p>Das 3000 Seelendorf feierte seine beiden Patrone, die Hl. Sergius und Bacchus. Es war schon fr\u00fcher Abend, als wir in Maalula (ca. 50 km von Damaskus entfernt) eintrafen. Die Strasse schl\u00e4ngelte sich in engen Kurven zu dem 1720 m hoch gelegenen Kloster hinauf. Nach der eindr\u00fccklichen Vigilfeier wurde zu Ehren der beiden Heiligen ausgiebig gefeiert mit einem typisch orientalischen Festessen. Das muss man erlebt haben! Die Christen von Maalula sind weit \u00fcber die Grenzen Syriens hinaus ber\u00fchmt, denn seit Jahrhunderten h\u00fcten sie einen besonderen Schatz: die aram\u00e4ische Sprache, genauer gesagt, das Westaram\u00e4ische. Aram\u00e4isch war die Muttersprache Jesu.<\/p>\n\n\n\n<p>Roger Schmidlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Libanon, Syrien und Jordanien) 29. September bis 13. Oktober 2009 Im vergangenen Jahr stand wieder eine Reise in den Nahen Osten an. In Begleitung mit Grossarchimandrit V. Felix Dillier kam ich erneut in den Genuss, mit ihm diese Reise anzutreten. Viele Menschen sind heutzutage als Touristen in Gruppen oder auch einzeln im Nahen Osten unterwegs. 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