Herbstkollekte

Die Projektarbeit ist ein wichtiger Pfeiler der Aufgaben von Catholica Unio Schweiz. Die Unterstützung und Förderung unterschiedlicher Projekte bereiten Freude und Genugtuung. Die Zusammenarbeit mit einzelnen Projektpartnern ist spannend, anregend, informativ, zum Teil schmerzhaft und manchmal anstrengend. Kein Projekt und keine Situation ist mit einer andern vergleichbar, und doch haben sie alle eine Gemeinsamkeit: Sie brauchen von ausserhalb finanzielle Unterstützung; alleine schaffen sie ihre Aufgaben nicht.

Seit einigen Jahren sind immer mehr Gesuche regelrechte Hilferufe. Es braucht vermehrt Nothilfe, Überlebenshilfe. Dabei geht es um Versorgung mit Lebensmitteln, Unterbringung von Konfliktopfern, manchmal auch um Unterstützung nach einer Unwetterkatastrophe.

Lebensalltag

Wie fühlt es sich an, jeden Tag für nur zwei Stunden Strom zu haben? Schnell das Handy laden, die E-Mails anschauen, ein Projektgesuch oder Berichte in die Schweiz schicken. Für die Projektpartner in Syrien und im Libanon ist dies Alltag. Einiges läuft über WhatsApp, das geht schneller. Ein paar Worte wie «Gesuch bewilligt, Überweisung erfolgt, Bestätigungsschreiben per E-Mail» oder «Konnten heute Morgen Geld von der Bank rauslösen. Vielen Dank!»
Unsere Projektpartner sind oft Bischöfe oder Ordensobere. Sie berichten über die Lebenssituation, über den Verlust der Heimat, über Einsamkeit, Krankheit und Hunger. Sie erzählen von der Suche nach Perspektiven, von Neuanfängen, von Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Eine Prise Hoffnung

Der melkitische Bischof von Latakia hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit mutmachenden Projekten eine Abwanderung der Landbevölkerung zu verhindern. Deshalb plante er die Sanierung eines leerstehenden bistumseigenen Studentenwohnheims. Die vorwiegend christlichen Studenten erhalten eine günstige Unterkunft, damit sie nach der Matura an den staatlichen Universitäten in der Stadt studieren können. «Sie können sich die Freude der Studenten und ihrer Familien kaum vorstellen. Überall Erleichterung und aufrichtige Dankbarkeit.»

Den Glauben lebendig halten

Die koptisch-katholische Kirche in Minia führt diesen Sommer erstmals ein Camp für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren durch in der Hoffnung, dass das Erlebnis des gemeinsamen Betens und Singens identitätsstiftend wirkt und den Glauben stärkt. Es nehmen rund 300 Frauen und Männer aus der Region an diesem viertägigen Anlass teil.
Das Saint Jerome Biblical Studies Center of Cairo führt seit mehreren Jahren an verschiedenen Orten im Land beliebte Bibelkurse für Familien durch. Bereits mehr als 9000 Frauen, Männer und Familien sowie Ordensschwestern haben an diesen Kursen teilgenommen. Auch dieses Jahr finden wieder acht Anlässe an zwölf Kurstagen statt. Diese Begegnungen sind für alle bereichernd und festigen das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Auswirkungen eines langen Konflikts

Im Südlibanon herrschen seit Beginn des Gazakrieges von letztem Oktober Angst und Frustration. Die hier lebenden Menschen sind einfache Landwirte, haben das Land von ihren Vätern und Grossvätern geerbt. Felder können nicht mehr bestellt werden, Olivenbäume und Reben wurden beschädigt, die Tabakernte, ein weiterer wichtiger Einkommenszweig, fällt dieses Jahr aus. Seit Monaten bereits ist ihr Lebensalltag zerstört. Viele Bewohnerinnen und Bewohner haben Schutz in anderen Regionen gesucht. Die Schulen sind geschlossen, der Unterricht findet, sofern möglich, online statt. Für Kinder ist diese anhaltende Situation sehr belastend, weshalb Freiwillige aus den Pfarreien für sie verschiedenste Aktivitäten organisieren. Die Verbundenheit mit ihren Pfarreien und ihrem heimatlichen Boden bleibt stark.

Zukunft bleibt ungewiss

Mit dem Angriffskrieg vor über zwei Jahren hat sich das Leben der Ukrainerinnen und Ukrainer dramatisch verändert. Die Kirchen und Klöster beherbergen seither unzählige Binnenflüchtlinge. Nach wie vor müssen Menschen ihr Daheim verlassen und anderswo Zuflucht suchen. Deshalb werden Gebäude umgenutzt und für längere Aufenthalte baulich angepasst. Die Strukturen geraten an ihre Grenzen. Es braucht zusätzliche Kindergärten, es braucht mehr und – bedingt durch den intensiven Gebrauch – neue Haushaltgeräte wie Waschmaschinen oder Staubsauger. Diese Kosten kommen zu den Ausgaben für Lebensmittel, Unterbringung und medizinische Versorgung dazu. Verständlich, dass die Projektpartner Unterstützung von aussen brauchen.

Messstipendien

Die finanziellen Auswirkungen von Krisen und Konflikten spüren auch die Kirchen. Die Priester der Ostkirchen erhalten einen bescheidenen Lohn und leben zumeist in einfachen Verhältnissen. Einige von ihnen sind verheiratet und haben Familie. Auch Priester und die kirchlichen Mitarbeitenden haben vielerorts ihre Nebenerwerbstätigkeiten verloren.

Viele Pfarreiangehörige haben kein Einkommen mehr und können ihren Seelsorgern praktisch keine Zuwendungen mehr machen. Messstipendien sind deshalb nicht nur eine wertvolle finanzielle Ergänzung, sondern oftmals überlebenswichtig. Wir möchten Sie deshalb unbedingt auf die Wichtigkeit der Messstipendien hinweisen und Ihnen diese Hilfe empfehlen.

In allem zeigen wir unsere Solidarität durch unser Mittragen im Gebet und unsere konkrete materielle Hilfe. – Diese Hilfe ist durch Sie, durch Ihre Anteilnahme und Ihre Spende möglich. Herzlichen Dank!

Spendenvermerk: Herbstkollekte