Pfauen – paradiesische Geschöpfe auf Erden

31.05.2019 – Als ich im vergangenen Sommer einen Ausflug auf die Isola Madre im Lago Maggiore machte, wähnte ich mich im Paradies. Auf dem Spaziergang durch den Wald erspähte ich alsbald eine Lichtung. Sattgrünes Gras, umgeben von dunklen Hecken, zeigte sich und wie aus dem Nichts schritt majestätisch ein schneeweisser Pfau aus dem Gebüsch. Er schlug kein Rad, er stand nur da, mit grazilen Bewegungen. Faszination befiel mich. Wo war ich? Im Unterholz begann es zu rascheln und ich gewahrte eine Kreatur, geschmückt mit den knalligsten Farben und Mustern, die jeglichem Modedesign die Schau stehlen. Wie sich herausstellte, ein Prachtexemplar eines exotischen Fasans, zu dessen Familie auch der Pfau gehört. Die Touristen machten Fotos, zogen an mir vorbei. Ich blieb stehen und konnte mich nicht sattsehen. Es war als ob mir Einblick in ein kosmisches Zeremoniell gewährt würde. Ein Stück Himmel auf Erden.

Glaube aus dem Herzen

30.04.2019 – Es gibt unendlich viel zu analysieren, zu diskutieren, zu lamentieren, auch in der Kirche. Probleme gibt es tatsächlich mehr als genug; so ist es schon mal gut, dass über so viele Missstände in der Kirche wie z.B. über die Missbrauchsfälle, über Machtmissbrauch, über mangelnde Glaubwürdigkeit der kirchlichen Mitarbeiter/innen, über Vertrauensverlust usw. nicht mehr einfach geschwiegen, sondern offen gesprochen wird. Es ist gut, sich den dunkeln Seiten zu stellen und Licht in diese Dunkelheit zu bringen, damit sich grundlegend und heilsam etwas ändern kann.

Kommunion – Begegnung mit dem Göttlichen

02.04.2018 – Die byzantinisch-orthodoxe Liturgie stellt die Kommunion – wie übrigens alle Sakramente – als Mysterium, ein Geheimnis dar, in dem Gott dem unvollkommenen, sündigen Menschen in besonderer Weise als menschenfreundlicher Gott entgegentritt. Je mehr man sich im Verlauf der Liturgie der Kommunion nähert, desto inniger bekennt der Mensch seine Schwäche. Die Kommunion wird als "heiliges Opfer" gefeiert, bei dem der Sühneakt Jesu Christi im Mittelpunkt steht. Die Teilnahme am "Tisch des Herrn" entblösst die Unzulänglichkeit des Menschen, der aber gerade deswegen auf die Hilfe Gottes angewiesen ist. Nur die demütige Haltung – eine Tugend, die heute weitgehend abhanden gekommen ist – erlaubt es, vor Gott hinzutreten. So stammelt der Mensch ein Bekenntnis des Glaubens[1], welches sich durch seine Länge auszeichnet, indem er Christus als Sohn Gottes bezeugt und das Vertrauen in das Verzeihen Gottes zum Ausdruck bringt.